ich bin ein stereotyp

Seit ein paar Minuten weiß ich, dass es für meinen Lebensstill eine Bezeichnung, eine Abkürzung und ein immer gleiches Entstehungsmuster gibt. Für diese Erkenntnis musste ich nicht mal soziologische Fachlektüre studieren, sondern einfach nur Wikipedia unter dem Stichwort LOVOS konsultieren. Das steht für Lifestyle of Voluntary Simplicity, Lebensstil der freiwilligen Einfachheit. 

"Viele Menschen, die ein einfaches Leben begonnen haben, berichten von einem starken Bedürfnis, ihr bisheriges Leben neu zu ordnen, um eine größere innere Erfüllung zu erlangen. Die Motivation dazu kann aus innerer Unzufriedenheit entstehen – hervorgerufen beispielsweise durch das Gefühl, ständig überlastet oder nicht „bei sich selbst“ zu sein (=Referendariat) – oder aber aus äußeren Umständen erwachsen, häufig zum Beginn einer neuen Lebensphase, eingeleitet beispielsweise durch die Gründung einer Familie (=Tobit ist gekommen) oder krisenhafte Einschnitte, die – oft mit schmerzlichen Verlusten einhergehend (=leider trifft auch das zu) – eine Neubewertung materieller und immaterieller Werte nach sich ziehen. In vielen Fällen ist dabei die „Entrümpelung“ des eigenen Lebensumfeldes und dessen einfachere Organisation ein grundlegender erster Schritt. (=die Sis und ich lagern im Flur säckeweise aussortierte Kleidung und eine immer voller werdende Umsonstkiste) Ein weiterer wichtiger Punkt kann eine stärkere Konzentration auf eine unkomplizierte, naturnahe, auf sich und die Menschen im nächsten Umfeld bezogene Lebensweise sein, bei der Eigenleistungen im Sinne einer Selbstversorgung gegenüber Fremdleistungen deutlich in den Vordergrund rücken. Dies betrifft vor allem die Bereiche Ernährung (Gartenbau, selber Kochen, mit Hang zum Vegetarismus) und Handwerk (Tischlern, Klempnern, Maurerarbeiten und Kunsthandwerk), seltener Bekleidung und Energieversorgung. [...] Nicht selten geht mit der Umstellung der Wertesysteme auch eine spirituelle Neuorientierung einher, oftmals in Annäherung an fernöstliche Philosophien wie den Buddhismus. (= dafür bin ich zu sehr im Christentum verwurzelt)
Der Einfluss der Werbung wird sehr kritisch betrachtet, da diese durch beständiges Erzeugen neuer Bedürfnisse eine andauernde latente Unzufriedenheit erzeuge (= true!!!). Im Einfachen Leben versucht man, sich diesem künstlich aufrechterhaltenen, frustrierenden Kreislauf bewusst zu entziehen, indem man beispielsweise TV- und Rundfunkgeräte oder Zeitschriften in vermindertem Umfang nutzt oder völlig darauf verzichtet (= dafür aber hundert Blogs liest...). [...] Als körperliche Aktivitäten im Sinne des einfachen Lebens erfreuen sich das Wandern oder auch das Barfußlaufen wachsender Beliebtheit (= tatsächlich bekomme ich bereits seit April meine Füße nicht mehr sauber). Auch die Freikörperkultur wird als eine Ausdrucksform für Einfachheit gesehen. (= nö. zu verklemmt.) Die konsequent durchgeführte Einschränkung des persönlichen Konsums kann zusammen mit einer erhöhten Sparquote und bedachter Kalkulation des verfügbaren Budgets trotz verringertem Erwerbseinkommen (= 67% vom sächsischen Referendariatsgehalt) zu einer relativen finanziellen Unabhängigkeit führen. Dies dient dazu, vermehrt seinen persönlichen Neigungen nachzugehen und nur noch wenig Lebenszeit für die erheblichen äußeren Zwängen unterliegenden Erwerbsarbeit aufzuwenden (Erwerbsarbeit? Sowas mach ich nich!). Familie, Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Tätigkeiten treten im einfachen Leben oftmals stärker in den Vordergrund, da Fürsorge, soziales Engagement und Solidarität geschätzte Ideale darstellen, denen ein großer Teil der freigewordenen Zeit gewidmet wird (= oder eben einem Kind)
Quelle: Wikipedia

Meine Entwicklung ist also nicht das Ergebnis (selbst-)kritischer Reflexion, sondern ein Phänomen der Popkultur. Mainstream quasi. Aaaah, tut das weh.

Kommentare

  1. wie kommt das, dass ich das jetzt erst sehe?
    meine leseliste spinnt mal wieder...

    also vom mainstream ist diese lebensart ja wohl immer noch weeeeeeeit entfernt... auch wenn man das in der dresdner neustadt vielleicht nicht glaubt ;) so viele menschen setzen das ja auch nicht wirklich konsequent um... und... ach... seit wann sind denn menschen völlig "originell"? na? eben... aber dafür bleibt deine "geschichte" immer deine... und voll underground und individuell o.O

    bissu besuchbar zwischen 7.und 11.juni?

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  2. falls du lust auf fragen beantworten hast: http://louveaparis.blogspot.fr/2012/05/onze-questions.html

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  3. This is so attractive post! tell me if you wanna follow each others blog! ;)

    FashionSpot.ro

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  4. @ julia: ich erkenne deine bemühungen meinen schmerz zu lindern an ;) die tage kann ich mir durchaus freihalten!

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  5. danke für die antworten... am liebsten mochte ich "hackt's?" :D das erklärst du mir noch ;)

    aaaalso: am 8. (fr) wollte ich was mit friedy (dort werde ich die meisten nächste schlafen) machen, aber da weiß man ja nie, wie das so mit lasse ist... sonnabend könnten wir zusammen trödeln/frühstücken (wie du magst) oder eben montag (11.) da hab ich auch noch "kapazitäten" ... und habe ich schon erwähnt, dass ich immer noch 2 (in zahlen zwei!!!) outfits für die juni-hochzeiten brauche??? (blödes gelaber aus* hilfe beim kauf ist doch ok für dich?)

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