upcycling kills capitalism

Ich glaube, dass auf der Welt (oder schon allein in meiner Wohnung) so viele Konsumgüter 'unterwegs' sind, dass man die Produktion getrost einstellen könnte. Das weiß auch die Wirtschaft, weshalb sie durch Werbung neue Bedürfnisse erzeugen muss bzw. Konsumgüter so herstellt, dass sie schnell verschleißen und durch neue ersetzt werden müssen. 
Bestes Beispiel dafür ist Mode. Kleidungsstücke kann man idR so lange tragen, bis sie wahlweise kaputt oder 'out' sind. Beides tritt bei einem H&M-Shirt ungefähr nach einem Jahr ein. Auf 3Sat hab ich letztens eine Nano-Reportage gesehen, in der nachgewiesen wurde, dass auch Gebrauchsgegenstände wie Waschmaschinen, Autos, Glühbirnen, etc. heute nicht mal mehr halb so lange halten wie zu Beginn ihrer Produktion. Weil gezielt Teile eingebaut werden, die schnell verschleißen. Weil die Dinge so produziert werden (z.B. verklebt und vernietet, statt verschraubt), dass man sie nicht schnell mal aufschrauben und reparieren oder ein Teil austauschen kann. Wenn ich an die Müllberge denken, die sich dadurch auftürmen, könnte ich aaaauuuusrasten. Und alles nur, damit ein System, dass eh dem Untergang geweiht ist, so lange wie möglich aufrecht erhalten und Profit gemacht werden kann. 
Aaaarrrghh. 

Doch möglicherweise handelt es sich bei den verschiedenen Upcycling-Initiativen (für Mama: Upcycling = Wiederverwertung), die mir in letzter Zeit im Netz begegnen, um eine allgemeine Kehrtwende? Der Konsument erkennt seine Macht, verweigert sich dem schädlichen Konsum und zwingt den Kapitalismus von unten in die Knie? Menschenrechte, Miteinander und Respekt vor der Schöpfung werden wichtiger als Gewinn? Lobbys lösen sich in Luft auf. Die Sonne scheint durch eine lückenlose Ozonschicht auf eine begrünte, plastelose Welt... ich verlier mich hier...


Wie dem auch sei: Neues aus Altem machen find ich cool. Ob im größeren Stil, wie hier von Elv vorgestellt, oder im privaten Bereich, wie das bei diesem Projekt oder jeden Dienstag von Nina forciert und gehostet wird. 

Im Klamottenbereich betreibe ich das schon seit einigen Jahren - und zwar gänzlich frei von irgendwelchen Nähkenntnissen. Wichtiger als Skills sind Ideen und Zeit.
Und weil's an dieser Stelle so gut passt, füge ich hier das Afghani-Projekt ein.
Und wie cycelt ihr so? Up-, down-, re-?

MAKING OF
Also: Ausgangspunkt war mein Wunsch nach absoluter Bein- und Bewegungsfreiheit, ohne nackt zu sein, und ein Rock vom Trödelmarkt. Obige Skizze beschreibt in aller Einfachheit mein stümperhaftes Vorgehen.

Schritt 1:
auf links drehen, beine abstecken, anprobieren, ggf. korrigieren

Schritt 2:  
Bündchen am 'Hosenbein' umschlagen und festnähen (je nach Breite des Gummizugs), dabei Bündchenöffnungen auslassen
Gummiband an der Wade abmessen (nicht zu straff!), mithilfe einer Sicherheitsnadel durch den Bund ziehen und feststecken, evt. nochmal anprobieren

 Schritt 3:
an einem Hosenbein beginnend rundherum die verbleibende Naht schließen und überflüssigen Stoff wegschneiden, anschließend versäubern
 



Schritt 4:
auf rechts drehen, anziehen, im Sumoringer-Schritt durch die Wohnung springen - weil man's kann!
 

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