the joy of motherhood: the little one itself

Weil ich auf mein Rumgeningel über das Alleinerziehen so ein herzliches Feedback erhalten habe, will ich euch jetzt auch noch erzählen, warum ich das trotzdem alles schaffe.

1. Man wächst mit seinen Aufgaben. 
Auch wenn es einem vorher unmöglich scheint: Das läuft (meistens) alles wie von selbst, sobald man mit diesem kleinen Wesen auf dem Arm aus dem Krankenhaus geschoben wird. Ich hatte in den ersten Wochen sowas wie 'ne Wochenbettdepression oder einen sehr ausgeprägten Babyblues. Was auch immer es war - als mein letzter Helfer auszog, zog meine Depression mit von dannen. Konnte ich mir allein mit nem vier Wochen alten Baby einfach nicht mehr leisten. 

2. Diese Anstrengung belohnt sich selbst.
Wenn ich morgens nach einer viel zu kurzen und häufig unterbrochenen Nacht aufwache, weil mir jemand mit seinen kleinen, fetten Füßen seit einer halben Stunde in den Rücken tritt, dann dreh ich mich um und schaue in ein strahlendes (und triumphierendes!) Koboldgesicht. Die Arme fliegen wild umher, die schwarzen Augen blitzen- ich bin versöhnt. Und wenn ich abends ins Bett gehe, liegt da die kleine Wurst drin und hat ihre 67 Zentimeter plus Arme so über das Bett verteilt, dass es weder rechts noch links von ihm genug Platz für mich gibt. Dann schaue ich ihm beim Schlafen zu und bin oft überwältigt davon, wie perfekt er ist und dass ausgerechnet ich ihn geschenkt bekommen habe.   


Ich will das jetzt nicht weiter relativieren. Den anderen Betroffenen zuliebe. Ich hab das Gefühl, dass es sowohl gesellschaftlich als auch politisch ein nur sehr gering ausgeprägtes Bewusstsein für die Nöte von Alleinerziehenden gibt. Das fängt an mit finanziellen Sorgen und Schwierigkeiten bei der Betreuung und endet in seelischen Nöten wie Ausgrenzung und Einsamkeit. Bevor ich da selbst reingerutscht bin, hatte ich diese Probleme so gar nicht auf dem Schirm, obwohl es in diesem Land knapp 2,5 Mio Alleinerziehende gibt (2 Mio Frauen, 390.000 Männer). Woher ich das weiß? Ich war letzte Woche vier Mal beim Arzt. Ich habe mich einmal quer durch die deutsche Zeitungslandschaft gelesen.

Kommentare

  1. Da geht mir doch das Herz auf... was für ein wundervoller Text, oberhalb des Bildes <3

    Mit dem unteren Teil habe ich mich noch nicht befasst, aber ich finde, dass das "alleinerziehend"-Modell doch recht häufig vorkommt und da noch viel zu wenig Unterstützung geleistet wird. Man muss sich wohl selbst helfen...

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  2. ui ich habs voll verpasst! herzlichsten glückwunsch liebe steph. ich wünsche euch alles gut und selbst ich verkrüppelter mensch, war bei deinem text gerührt. hach.

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  3. Schöner Text finde ich, man merkt richtig, wie du dich fühlst! Liebe Grüße

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  4. dank euch. so rührende texte über babies sind eigentlich nicht so meins. aber ihr müsstet ihn sehen...

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  5. :)

    ich finde, dass du`s gut erwischt hast mit deinem sohn - jetzt schon so ´ne coole sau wie die mama :D äh, na du weißt schon... er ist immerhin das einzige kind, das in mir dieses "joa, hätte ich vielleicht doch auch gern selbst eins von" weckt!

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    1. das schreib ich ihm in sein scrapbook :)und ja: ich danke dem HERRN auf knien für diese coole sau!

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    2. sein eigenes scrapbook ... wie süß! da müssen doch noch die fotoautomatendingens rein.... ich scan das mal, wenn ich wieder in dd bin :)

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    3. oh ja, die hatte ich schon wieder vergessen. die müssen auf jeden fall rein!

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