tatortnachbesprechung #1

 ...nach einer Idee von Alice

Kurz nach Tobits Geburt bin ich aus lauter Verzweiflung, sprich: Einsamkeit, zu einigen Mutter-Kind-Kreisen gegangen. Beim ersten Kreis scheiterte ich an den Bewegungsliedern. Im zweiten sagte eine Mutter, sie könnte seit der Geburt ihres Kindes keinen Tatort mehr schauen. Diese Brutalität und so, dafür wäre sie jetzt zu weich. Und ich dachte mir: 'Meine Fresse, nur weil du Mutter bist, musst du doch nicht zur Muddi mutieren'. Wenige Wochen später erkannte ich nach einem Tatort völlig verstört und heulend, dass ich jetzt auch ne Muddi bin. Und ich kann tatsächlich nicht mehr so gut mit Brutalität und Grausamkeiten umgehen bzw. muss ich das vielleicht auch gar nicht. Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass ich jetzt eher der Adelheid-und-ihre-Mörder-Typ bin. 


Der gestrige Tatort war demnach eine Erholung für meine Seele. Ich hab nicht die halbe Zeit mit dem Gesicht im Kissen verbracht, nicht geheult und hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Mörder ist - was will man mehr von einem Sonntagabend-Krimi. Da schau ich doch gern auch über kleine Merkwürdigkeiten hinweg. Zum Beispiel, wenn die Wahrsager-Tante erzählt, dass ein Wachmann getötet wurde, und die Komissare nach einer verschwunden Erdprobe fragen. Nicht nach dem verschwundenen Wachmann. Und das die 'PoWis' harte Hunde sind, hab ich auch zum ersten Mal gehört. Ich hatte sie eher als klugscheißende Nerds in Erinnerung.  
Und was liegt euch so auf dem Herzen?

Kommentare

  1. Ich habe nebenbei genäht und gar nicht mitbekommen, dass da was nicht stimmte. Zumal ich ja den Anfang verpasst hatte.
    LG
    Kerstin

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    1. wenn du über's internet schaust und den anfang verpasst, kannst du in zukunft einfach 15 min warten und den tatort dann über die ard-mediathek anschauen. das machen eigentlich immer so, weil das bei uns irgendwie besser läuft.

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  2. Ich etrage zu viel Grausmakeit auch ganz ohne Schwangerschaft nicht mehr.

    Ich mag das Ermittler-Team total, aber mich hat interessiert was mit des Kommissars Frau nun WIRKLICH ist. Erst so 'n Bohei und dann keine klaren Worte -.- Extreme Mundart von NW hat mich sehr genervt. Der Fall? Ich hab währenddessen gebügelt und irgendwie ist mir völlig entgangen, dass die Chakra-Tante Dreck am Stecken hatte^^ Ich würde also sagen: nein, kein großer Wurf, thematisch fand ich's aber gut!

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    1. ich tippe auf krebs. die geschichte fand ich auch etwas merkwürdig. frau sagt: 'meine heilungschancen sind sehr gut'. mann sagt: 'ah okay, dann zieh ich meine bewerbung also zurück!?' kein jubelgeschrei, nüx. seltsam.
      was den dialekt angeht: ich mag es eigentlich sehr gern, wenn im tatort dialekt gesprochen wird. ich fände es saucool, wenn die die thomalla zwingen würden, sächsisch zu sprechen. :D

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  3. ich bin auch ohne kind dünnhäutiger geworden... das ist vielleicht auch einfach ne alterssache? achterbahn geht nicht mehr so leicht, gruselkram auch nicht, tststs... sollte ich mir vielleicht schon einen gehstock beorgen?

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    1. was du brauchst ist ne ausrede. ich hab meine! ;)

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  4. ähm... die Bettszene war irgendwie albern. Da steht die Zimmerdienst-Dame im Raum (jede andere wäre dezent wieder rausgegangen) und fragt, ob sie irgendwas wollen. Und da sie keine Wünsche haben, außer dass sie später wieder kommen soll, fragt sie doch tatsächlich, wann die Beiden denn fertig sind. Hihi.

    Aber beim Tatort ist ja so einiges realitätsfremd, z.B. da ist ein großer SEK Einsatz, aber die Ermittler (ohne Schutzkleidung und ihrer kleinen Pistole) rennen immer als erste ins Objekt. Naja und trotzdem gucken wir´s :-) vielleicht genau deshalb...

    LG Dani Ela

    PS: Schönes neues Ritual!!! :-)

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    1. richtig! was sollte denn diese bettszene? die war mega-albern!

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    2. Jaaaaaaaaaa, die hatte ich schon verdrängt!!! Ging gar nicht. Gewollte Comedy *brrr*

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  5. Ich oute mich mal als Nichttatortkuckerin, finde immer zuviele Ungereimtheiten bei den "Kollegen"... ok, muss ja kameratauglich und spannend gemacht werden wenn der Ermittler allein ins dunkle Haus geht oder so. Nur eben nicht realitätsnah. Schon vor meinem "Muddisein" war ich Tier-Freiheitsliebend und gegen Gewalt(daher der Berufswunsch - die-Welt-ein-bisschen-besser-machen-wollen..) jetzt ists vor allem schlimm, wenn ich irgendwo von Kindesmisshandlung höre/lese, da schauerts mich am ganzen Körper!
    LG

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    1. RBB. Da kommt gerade ein Tatort mit Boerne und Thiel. Das ist so realiätsfern, daß sogar die Szenen in der Pathologie Spaß machen. Die kommt auch ohne Leichen aus. Dafür sind die Schauspieler erste Wahl und die Dialoge sehr unterhaltsam. Es fällt eigentlich gar nicht groß auf, daß das ein Krimi sein soll. Muddi geeignet sozusagen.

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    2. @kathi: true! ich brauch bloß nen kleinen jungen weinen sehen und mich überkommen ganz intensive und schmerzhafte gefühle. das ist definitiv ne folge des mutter-/muddi-seins.

      @til_o: ich bin der weltgrößte jan josef liefers fan aller zeiten! siehe hier: http://phashioney.blogspot.de/2010/10/jan-josef-liefers-sis-and-me.html

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    3. Stimmt. Alles kann ich mir nun auch nicht merken. *g*

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  6. Meine Dünnhäutigkeit ist mir bewusst geworden, als ich das erste Mal nach "Mudditransformation" den obligatorischen Weihnachtsfilm geguckt hab (Stirb langsam natürlich, was sonst??). Na jedenfalls fand ich den eigentlich immer nur witzig und übertrieben. Aber plötzlich hab ich mich "hineingefühlt" und dann war's vorbei. Sollte man nicht machen...

    Tatort ist bei uns (noch) kein Thema, irgendwie finden wir da keinen Bezug zu... Na vielleicht kommt das noch, gibt ja richtige Tatortguckclubs, also muss doch was dran sein ;)

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    1. thihi - mudditransformation. sehr schönes wort.
      wer zu weihnachten 'stirb langsam' guckt, kann sonntags auch den tatort schauen ;) aber du solltest dich nicht genötigt fühlen, nur weil ich hier so ne nachbesprechung angezettelt habe.

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