ein jahr geschafft

Horrorszenario. Mutter und Kind sitzen allein am Küchentisch bei einem Kuchen, sie singt ein Geburtstagslied, es gibt ein kleines Geschenk- dann ist es wieder still. 

So war es nicht. Überhaupt nicht. Die Wohnung platzte aus allen Nähten, es gab gutes Essen, Gelächter, Geschenke (auch für mich- die eigentliche Heldin des letzten Jahres, harharhar)... ein perfekter Tag! Ich bin mehr als dankbar dafür, dass ich so viele Menschen kenne, die mich vergessen lassen, dass ich eigentlich alleinerziehend bin. Für Freunde, die sich im Vorfeld erkundigen, ob sie mir bei den Vorbereitungen helfen können. Für Leute, die sich mit mir aus ganzem Herzen über mein Kind freuen. Die sich in einer winzigen Wohnung auf den Boden setzen und zusammenrücken und einen Tag wie diesen großartig werden lassen. Für little T und für mich.

Und hier nun ein Appell. Ich kenne Leute, die nicht halb so gesegnet sind wie ich und die die Geburtstage ihres Kindes verbracht haben, wie in dem oben beschriebenen Szenario. Alleinerziehende haben es oft schwer, am Leben teilzunehmen. Kennt ihr welche? Dann ladet sie zum Kaffee ein. Besucht sie mal. Nehmt an ihrem Leben - an Freuden, an Sorgen -  teil. Integriert sie in eine Gesellschaft, in der Menschen es schwer haben, nicht isoliert zu sein, wenn sie nicht superoutgoing, superhip, superflexibel, super-wie-all-die-anderen, am Ende vielleicht sogar etwas schwierig sind. Macht das. Bitte. Weil es wichtig für diese Leute ist. Und weil es verdammt cool ist, viele verschiedene Menschen zu kennen und nicht immer nur in seinem eigenen Saft zu liegen. 
So. Schon wieder ein Wort zum Sonntag. I'm sorry, aber das lag mir auf dem Herzen. Nachtl. 

Kommentare

  1. Also ich käme gerne vorbei. Wenn ich in der Nähe wohnen würde.
    Ich finde immer sehr spannend Berichte aus Deiner Perspektive zu lesen. Denn irgendwie stellt man es sich von Außen alles so anders vor. Ich hatte nie ein Bild davon, wie es genau ist, sein Kind alleine zu erziehen (oder überhaupt ein Kind zu erziehen). Einige meine Freundinnen hatten nur eine Mutti und ich fand das immer irgendwie cool. Habe es nie hinterfragt, auch aus der Erwachsenenperspektive nicht. Insofern danke für die neue Perspektive und Hut ab für Deinen Mut und Deine Stärke!

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    1. danke für das positive feedback.
      letztendlich sind die meisten frauen mehr oder weniger alleinerziehend bzw. die arbeit mit dem kind bleibt nach wie vor meist an den frauen hängen. insofern bin ich nicht mutiger oder stärker als andere frauen auch.
      aber es ist ein unterschied, ob man abends -wenn das kind schläft- allein in der wohnung rumhängt oder ob man gesellschaft hat. jemanden, mit dem man dinge teilen kann. vor allem auch die verantwortung. das erschlägt mich manchmal ganz schön.

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  2. Ich gratuliere allerherzlichst und freue mich, dass ihr so einen tollen Tag hattet <3 Zwar kenne ich außer dir keien Alleinerziehende, ich kenne überhaupt nur sehr wenig Leute mit Kindern, aber ich werde mir deine Worte auf jeden Fall abspeicheren - lang kann es ja nicht mehr dauern, schon rein von den Statistiken her MUSS es in meinem Umfeld auch Alleinerziehende geben.

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    1. wenn ich's mir recht überlege, kenne ich auch keine alleinerziehenden. zumindest keine, die noch drin stecken. vielleicht liegt auch das daran, dass die nicht so am leben teilnehmen können...

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    2. *mäh* das könnte der Grund sein, ist aber ein Blöder.

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  3. Auch von mir nachträglich Herzlichen Glückwunsch... das erste Jahr ist immer eines der Aufregendsten und Du kannst Dir zu Recht auf die Schulter klopfen.
    Schön, dass Ihr eine tolle Feier hattet.
    LG
    Kerstin

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  4. Ach, wie doch die Zeit vergeht! Gerade hatte ich selber noch kleine Kinder, war eine Zeit lang auch fast allein erziehend. Und jetzt, wo die Kinder erwachsen sind, habe ich kaum noch Kontakt zu alleinerziehenden Müttern (eigentlich überhaupt zu jungen Familien). Wir leben wie in unterschiedlichen Welten. Schade! Deine Worte haben mich angeregt, mal wieder etwas offener durchs Leben zu gehen. Danke!
    Liebe Grüsse und nachträglich Happy Birthday! mo(nika

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    1. hast recht, man kommt kaum mit denen in kontakt, wenn man selbst keine kleinen kinder mehr hat. und auch so kaum. höchstens wenn man sie als kollegen oder nachbarn hat.
      danke für das feedback!

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  5. Alles Gute noch für deinen kleinen Mann. Jetzt ist er ja kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Sei stolz auf dich und deinen kleinen Mann, ihr habt das eine Jahr super gemeistert und die nächsten vielen vielen Jahre, bis er dann erwachsen sein wird, werdet ihr bestimmt auch genauso toll meistern.
    LG Bianca

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  6. Von mir auch alles Liebe und Gute zum Geburtstag! Schön, dass Ihr so schön gefeiert habt und Du auf so viele Menschen zählen kannst!!! Dieser Rückhalt ist sehr viel wert! Allein, dass Du Dir so viele Gedanken machst, zeigt, dass Du eine gute Mama bist für den Kleinen. Höhen und Tiefen wird es immer geben, ich wünsch Dir weiter gaaaanz viel Kraft! Auf die nächsten Jahre und Geburtstagsfeiern!!!

    LG Dani

    PS: Ich hoffe, Du warst Sonntag Abend noch mit Feiern beschäftigt und hast nicht die Tatort-Komödie geschaut!? ;-)

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    1. tatort-komödie? oh nein, hab ich was verpasst? ich muss gleich mal in die mediathek schauen...

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  7. Alles Gute auch von uns.
    Ich bin selber auch alleinerziehend.
    Ich weiß was du da beschreibst und kann es nur unterschreiben.
    Schön gesagt
    Danke dafür.
    Lg Sarah

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    1. du wohnst nicht zufällig in dresden, oder?

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  8. <3

    ich freu mich zu hören, dass ihr eine gute zeit hattet!
    ... und über deine worte :)

    häppi t & häppi you!

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  9. @ all: danke für die glückwünsche. werd's ausrichten :)

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  10. Dann ladet sie zum Kaffee ein. - Oh. Ich hatte das in Deinem Fall schon immer implizit mitgedacht. Mein gelegentliches Aufkreuzen vor Deiner Wohnungstür stellte sich mir als nichtsprachlicher performativer Akt dar, der aus sich heraus die Voraussetzungen dafür schuf, auch bald von Dir besucht zu werden.

    Anders ausgedrückt: Ich lade Dich zum Kaffee ein. Hab's schon immer getan.

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    1. ich hab das nicht geschrieben, um meine freunde aufzufordern, sich mehr um MICH zu kümmern. du integrierst mich immer ganz vorbildlich. nichtsdestotrotz nehm ich die einladung an :)

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    2. Ich finde, die könnten sich aber auch mal selber ein bisschen einladen. Was in den Leuten vorgeht, die Alleinerziehende nicht anrufen, wenn es gilt Leute auf Parties mitzunehmen ist ja klar ("Ach nee, die hat n Kind, die kann eh nicht. Außerdem wecke ich das Baby bestimmt, wenn ich jetzt anrufe/vorbeigehe."). Aber was geht in Leuten vor, die ein Kind bekommen haben und ihre Freunde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr anrufen oder nicht mehr zum Kaffeetrinken oder so vorbeikommen?

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    3. zum einen ist das sicher ein problem der eingeschränkten mobilität. ich musste am anfang schon all meinen mut zusammennehmen, um mit tobit unterwegs zu sein. man weiß halt immer nicht, wie das kind so klarkommt und das macht einem auch angst und manchmal bleibt man dann lieber daheim.
      aber die leute, die überhaupt nicht mehr anrufen, sind meist die, die in einer vater-mutter-kind konstellation leben. die sehen dann erstmal nicht mehr die notwendigkeit, sich nach außen zu orientieren. ist ja auch okay. jeder so, wie er's braucht. find ich.

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  11. Alles, alles Liebe noch nachträglich zum Geburtstag!!! Wow, ein ganzes Jahr, das ist eine Menge. Vor allem in diesem Alter!
    Als meine Jungs so klein waren, hat mir diese Riesenverantwortung auch große Angst gemacht. Tagsüber war ich total gelassen, wenn sie dann schliefen, kam die Sorge & die Angst. Dann war ich immer froh, ihren Papa an meiner Seite zu wissen. Vor allem auch dann, wenn es den Kindern nicht gut ging. Oder mir selbst, hoho....
    Und eben weil ich so oft dankbar war, nicht allein mit den Kindern sein zu müssen, hab ich Kontakte zu Alleinerziehenden geknüpft, im Kindergarten gab es einige. Aber immer lief es aufs Gleiche hinaus: Ich könnte sie ja sowieso nicht verstehen mit meiner Bilderbuchfamilie, da gibt es keine Gemeinsamkeiten. Sie haben sich dann nur noch untereinander getroffen und nur noch über unzuverlässige Erzeuger, Probleme mit diversen Ämtern etc. geredet.
    Ich hab es nicht ganz verstanden, denn wann findet man schonmal jemanden in exakt der gleichen Lebenssituation? Ist das wirklich die unbedingte Voraussetzung für einen Kontakt? Ich finde ja nicht...
    Und die Unterstellung, dass alles nur rosarot wäre, nur weil man Mama + Papa + Kind(er) ist, ist nicht sehr realistisch. Das kenne ich auch ganz anders :-(

    Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Glück und Kraft und Liebe für alles, was da kommt und auf euch wartet! Und wenn du Lust hast, komm doch einfach mal wieder vorbei. Vielleicht schläft dein kleiner Mann ja wieder so gern hier und wir haben ganz viel Ruhe und Zeit.

    Ganz liebe Grüße!
    Regina

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    1. danke erstmal für die glückwünsche.
      ich glaube, das problem mit 'deinen' alleinerziehenden war weniger die fehlende gemeinsamkeit, sondern ihr gefühltes schlechter-weggekommen-zu-sein. wenn man deshalb brücken abbricht, tut man sich selbst keinen gefallen. ich hab das ehrlich gesagt gar nicht. ich sehe durchaus auch vorteile darin, dass bei uns alles so ist, wie es ist. wir kommen viel rum und lernen ständig neue leute kennen. und tobolino ist so flexibel wie er ist, weil er überall mit hin musste. wäre nicht so, wenn wir mutter-vater-kind wären, ist aber von vorteil. er würde sicher gut mal wieder bei euch schlafen- vielleicht können wir ja auf dem nächsten nbt einen termin ausmachen?
      grüßle

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  12. Meine kleine Schwester hat am 27ten Januar Schlüpftag.
    Deine Worte nehme ich mir zu Herzen.
    Alles Gute auch weiterhin und happy Jeburtstach nachträglich <3

    Herzensgrüße,
    Jen

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  13. Alles Gute nachträglich für den kleine großen T.
    Und Du hast mal wieder so recht.
    Allerdings lebe ich auch in einer Vater-Mutter-Kind-Kombo, sehe sehr wohl die Notwendigkeit mich bei anderen zu melden. Vollzeitjob und Kleinkind + Hobbies ab und an rauben mir aber abends häufig die Kraft mich selbst bei guten freundinnen häufiger zu melden. Leider. Ich hoffe das legt sich wieder!
    Lieben Gruß

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    1. ich darf gar nicht dran denken, wie das alles werden soll, wenn ich wieder arbeite. dann kann ich meinen ach-so-sozialen lebensstil, den ich grad zu verwirklichen suche, auch sofort in die tonne schmeißen. schade, dass wir hier zwangsläufig zu wenig zeit haben, um was cooles zu machen.

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  14. herzlichen glückwunsch nachträglich an deinen sohn zum geburtstag und dir zur einjährigen mutterschaft!

    schön geschrieben, der text.
    ich bin inzwischen auch alleinerziehend (voll die outinggruppe hier) und merke schon, dass es viele einsame momente gibt.
    anfangs ist es mir zum beispiel sehr schwer gefallen, alleine abends rumzuhocken, inzwischen fühlt es sich irgendwie normal an...mir groß jemanden einzuladen, ist mir zu aufwendig, ich bin ja irgendwie auch echt fertig und will eigtl nur nochma 20min quatschen und dann ins bett.
    ne große wohngemeinschaft fänd ich super.

    und es fehlt immer mal jemand, mit dem man das kind-betreffende dinge besprechen kann, obs nun einfach freude über entwicklungsschritte, sorgen bei krankheiten oder die spätere berufswahl sind..;)

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    1. ;)
      mir machen auch vor allem die momente zu schaffen, in denen ich mir sorgen mache und das mit niemandem teilen kann. und das rumgehocke abends- ich dachte, es würde besser werden, aber ich komm nach wie vor nicht gut damit klar.
      ich arbeite grade dran, uns in einer großen wohngemeinschaft unterzubringen. ist gar nicht so leicht mit kind... aber das wäre tatsächlich der hauptgewinn.
      hast du da schon mal gezielt gesucht?
      grüßle

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  15. naja gezielt gesucht nicht wirklich. ich stöbere immer mal so im internet und höre mich unauffällig im realen leben um - kenne aber auch keine ansatzpunkte, wo frau gezielt mit einer suche anfangen könnte.
    daher bleibts beim einsamen träumen zu später stunde..;)

    schwierig finde ich nebenbei auch vieles organisatorisches.
    alles, was sicht nicht mit einer hand tragen lässt, bekomme ich weder in meine wohnung, noch da heraus.
    wenn ich feststelle, dass zum kochen was fehlt, kann niemand noch mal schnell losrennen.
    dies führt dann dazu, dass mein auto ein rollendes vorratslager ist, aus dem ich stückchenweise immer wieder etwas mitnehmen kann.

    größere ausflüge kann ich auch nicht allein vorbereiten, denn wie soll ich das auto entleeren/bepacken, ohne das kind währenddessen alleine oben in der wohnung zu lassen?
    wohnzimmer mal schnell saugen+wischen, das bad putzen, den riesenberg abwaschen während das kind nebenan spielt - haha...

    da fehlt wirklich jemand, der/die einfach mal 10min kurz aufpasst, damit transport/organisationsprobleme beseitigt werden können.

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  16. Outing continued: Ich lebe als Vater in einer Vater-Mutter-Kind-Kind-Kind-Kombo. Wenn ich mal genervt bin, liegt das nicht an der vielen Zeit, die ich mit den Kindern verbringe, sondern an der fehlenden Zeit, etwas anderes sein zu können als Vater, oder eben Vollzeitarbeiter. Wenn die Kinder mal irgendwann anfangen sollten zu gucken, was der Vater so im Leben macht, wird vielleicht nicht viel zu erkennen sein von dem, was ich als wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung betrachte. Voll öder der Alte. Oje. Ich will 'ne Bänd sein! Zum Beispiel.
    Immerhin bin ich ja reich an Seele. Das ist natürlich noch wichtiger als Bandsein.
    Alles Gute dir.

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