kick the depressions ass

So 'ne depressive Verstimmung ist eine verfluchte Abwärtsspirale. Auf perfide Art und Weise bringt sie Leute dazu, Dinge zu tun, die sie noch tiefer reinrutschen lassen. Deshalb an dieser Stelle meine Top 7 der Strategien, die ich entwickelt hab, um die Rutsche wieder hochzukrabbeln.

1. Wissen, dass alles ein Ende hat.
Außer die Wurst. Die hat bekanntlich zwei. Aber die Depression geht wieder. Irgendwann. Das muss man einfach glauben, auch wenn's sich nicht so anfühlt.

2. Freunde treffen.
Wer in einer Verstimmung drin hängt, fühlt sich isoliert. Und neigt dazu, sich von Menschen fernzuhalten. Dadurch fühlt man sich noch isolierter. Ergo: Feste Termine mit einer Person oder einigen wenigen machen (so dass man nicht abtauchen kann, wie auf 'ner Party). Meine Erfahrung ist, dass man sich während solcher Treffen überhaupt nicht depressiv fühlt. Erst danach wieder.

3. Viel Bewegung bei Licht. 
Das Licht die Stimmung hebt ist kein Geheimnis. Früher (als ich noch kein Kind an der Backe hatte) bin ich oft mit lauter Musik joggen gegangen. War gut. Letztens bin ich morgens aufgestanden, hab das Kind angezogen und mich vermummt (da ungewaschen) und bin erstmal ne Stunde Rentner erschrecken gegangen durch's Viertel gestreift. Hoher Wirkungsgrad.

4. Pläne schmieden.
Die Crux an meinen Verstimmungen ist die morgendliche Antriebslosigkeit. Dagegen gibt's Medikamente. Oder: man macht sich Listen. Mit Projekten, die man verwirklichen will. Und abends am besten einen konkreten Tagesplan für den Folgetag. Auch mit Dingen, auf die man sich freuen kann, aber eben auch mit dem Zeug, das gemacht werden muss. Wenn ich dann morgens aufstehe, dattel ich nicht ziellos den kompletten Vormittag in der Wohnung rum, sondern weiß sofort, was anliegt. Wenn ich dann einiges von der Liste gestrichen habe, gibt's noch ein positives 'Ich-kann-was-schaffen-Gefühl' oben drauf und ich bin motivierter, den nächsten Tag auch wieder in Angriff zu nehmen. Wenn man arbeitet, gibt sich das wahrscheinlich von selbst. Ist ja aber grad nicht. 


5. Aufräumen.
Äußere Ordnung schafft innere Ordnung. Ein ungemachter Abwasch türmt sich irgenwann zu einem scheinbar unüberwindbaren Problem auf. Typisches Depri-Ding: Ich brauch gar nicht erst anfangen. Ich kämpfe gegen Windmühlen. Stimmt ja auch. Kaum ist der Abwasch weg, steht schon wieder ne Tasse da. Aber das Gefühl, wenn erstmal alles sauber und leer ist, ist gut. Ausmisten hilft auch wunderbar. Und: Ein leerer Tisch motiviert unheimlich dazu, etwas zu machen.

6. Sich selbst übelst gut behandeln.
Gutes Essen, baden, meinetwegen Gesichtsmasken, schön anziehen. Ist vielleicht ein Frauen-Ding. Aber man fühlt sich wohl danach und das ist verdammt wichtig. 

7. Lachen.
Nicht zynisch. Sondern so wie der gute alte Hesse. Humor ist das A und O in der Depressionsbewältigung.

So, das war mal wieder ein Wort zum Sonntag. Ergebnisse folgen.


Kommentare

  1. Dann drück ich deinem Mini auch die Daumen, dass die gesegneten Paten einen tollen Job machen werden! Eine menschliche Lücke im Leben muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein, wenn genug Liebe vorhanden ist. Und davon hast du garantiert mehr als genug, sonst würdest du dich nicht selbst motivieren und Listen schreiben! Aber eine extra Portion FRÖHLICHKEIT kann nicht schaden, deshalb hefte ich mich nun an deine Blogferse^^

    Herzensgrüße,
    Jen

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    1. herzensgrüße sind was tolles! ich hefte mit.

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  2. Das hat mich jetzt grad daran erinnert: http://www.psychische-gesundheit-zug.ch/10-schritte/. Davon gibts eine Postkarte, die ich mir an die Wand gepint habe. Ich werde sie um einen 11. Schritt erweitern: Lachen!
    Herzliche Grüsse, mo(nika)

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    1. die hab ich mir direkt mal runtergeladen!

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  3. Ich erweitere mal:
    8. beim nächsten Bloggertreffen mit dabei sein :-) Das bringt einen auf andere Gedanken, man trifft nette Menschen und erweitert ggf. seinen Nähhorizont ;-)

    Ansonsten wünsch ich Dir weiterhin viel Kraft! Die Liste ist echt gut, nur dran halten muss man sich auch (was bei mir immer ein Problem darstellt). Solche Depri-Stimmungen kenn ich nur zu gut, auch wenn man arbeiten ist kann einen das erwischen. Eine To-Do-Liste liegt hier bei mir auch immer rum und es ist ein schönes Gefühl was abzuhaken :-)

    Lass Dich nicht unterkriegen!
    Ganz liebe Grüße
    Dani Ela

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    1. ich wäre auch dieses mal gern zum nbt gekommen, aber abends mit dem zwerg und den öffentlichen nach radebeul und nachts zurück? und das im winter? das war mir irgendwie zu viel. aber ich halte mir den 15. februar frei und hoffe, dass wir teilnehmem können.

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    2. Ich wollte zu mir einladen und würde Euch tatsächlich das Gästezimmer anbieten... so richtig mit übernachten. Hinzu findet sich bestimmt eine Mitfahrgelegenheit...z.B. Frau Amerblight.
      Wird schon.

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    3. das ist ja ein nettes angebot. danke. du hast recht- ich sollte einfach mal die autofahrenden nähblogger aus löbtau anhaun!

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  4. Ich mag Deinen Kalender und Deine Listen, besonders den weißen Joghurt, den Ausdruck kannte ich noch nicht!
    Musik hören und tanzen würd ich noch hinzufügen ;)

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    1. riiiiiichtig. wie konnte ich musik und tanzen vergessen. vielleicht weil ich so selten dazu komme. sollte ich aber unbedingt machen.
      weißer joghurt???

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  5. Mit Listen kenne ich mich ebenfalls gut aus - mal mehr mal weniger funktionieren die auch. Dir wünsch ich aber erstmal baldige Erfolge und demnächst schaut ja auch die Sonne hoffentlich wieder hinter den Wolken hervor und tut was für die Hormone ...

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    1. ist richtig. spätestens dann, wenn's nach frühling riecht, kann ich mir meine strategien schenken. dann isses geschafft.
      ich hab übrigens eure tagesmutter angeschrieben. sie meinte, sie hätte nix frei, aber ich könnte ab und zu fragen. von welchen intervallen geht sie denn da aus? einmal im monat?

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    2. Täglich nachfragen. Am Besten dann anrufen, wenn sie gewöhnlich arg beschäftigt ist. Kurz nach dem Mittagessen zum Beispiel. Irgendwann wird sie entnervt aufgeben. ;-)

      Licht hilft und viel Bewegung. Im Winter sind auch die Rentner an schreckhaftesten. Harmlos bei Sonnenschein über den Fußweg lungern und warten bis sich ein Opfer nähert. Dann explosivartig rumbrüllen und wegrennen. Da hast du auch gleich ein Erfolgserlebniis. *g*

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    3. oh, dieses angebieder bei tagesmüttern und freien kita's geht mir sooo gegen den strich. da möchte ich wirklich manchmal auf dem fußweg rumbrüllen.

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  6. schon so einen post schreiben ist eine gute motivation! mir geht´s im winter auch gern mal so... und ich versuche eigentlich auch die sachen zu machen, die du da aufgeführt hast :)
    ne runde rumkuscheln mit tee und nem guten film ist aber auch schön, wenn's kalt ist

    nächste woche hast du ja gut zu tun, oder? ;)

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    1. ich würde auch gern kuscheln, aber ich muss warten, bis mein sohn müde oder krank ist, sonst hält er nicht still.

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  7. Mir hilft immer "Ausbrechen" aus dem Trott... wenn das allerdings nicht klappt, dann wird's bei mir noch Schlimmer. Ich drücke die Daumen, dass die Depri bald keine Luft mehr kriegt und sich verkrümelt.
    LG
    Kerstin

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  8. Listen sind gut, wenn man es schafft sich daran zu halten.
    Regelmäßige Treffen haben bei mir am besten geholfen, dann kann man nicht mehr so schnell in das Schneckenhaus zurück.
    Ansonsten helfen auch regelmäßige Gespräche mit einer bestimmten fremden Person. Wäre ich früher mal gegangen hät ich mir einige Dinge erspart.

    Ganz lieben Gruß und Chakka.
    Ich bin bei den Nähtreffen immer mit dem Auto da und kann dich auch mitnehmen.

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    1. die fremde person treffe ich auch. und ein paar jahre früher hätten bei mir auch nicht geschadet.

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  9. Ich habe mir neulich eine Abwaschmaschine gekauft. Die erledigt Punkt 5 automatisch. Und ein Stück von Punkt 6 auch.

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    1. and i'm proud of it =)

      btw.: was an Deinem Punkt 6 ist nicht dekadent?

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    2. ... dass ich mein badewasser mit meinem sohn teile, mein essen aus dem container hole und meine klamotten davor rette... höhö

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  10. „Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“ -Voltaire

    Listen sind auch mein Geheimrezept, wenn man keinen Antrieb hat, einfach abarbeiten.

    Fühl' dich online bekuschelt :-*

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    1. :) den satz hat mir alice als postkarte geschickt.

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