Tu was!

Zugegeben: Wenn ich jemand mit großen, ernsten Augen vor mir steht und den Spruch von den vielen kleinen Leuten, die viele kleine Schritte tun, zum Besten gibt, möchte ich gern viele Male den Protestsong von den Ärzten abspielen. Sooo lustig. Trotzdem vermute ich, dass die Wahrheit über soziales Engagement eher in Hippiehausen zu finden ist als in Ignoranceville. Sätze wie "Das bringt doch eh nix" oder "Dann haben die Kinder, die die Kleidung nähen, ja gar nichts mehr" drücken weder eine realistische Einschätzung, noch die eigentlichen Beweggründe desjenigen aus, der sie verkündet. Zudem verhöhnen sie das Engagement derer, die weniger zynisch oder bequem sind.

Doch zurück zu den vielen kleinen Schritten. Das macht natürlich schon Sinn - wenn alle dieselbe Richtung wählen. Das Greenpeace-Magazin hat aus den vielen kleinen Schritten genau 77 gemacht und mit ein paar Backround-Infos und weiterführenden Links zu einem Weltverbesserungshandbuch zusammengefasst. Aus diesem kann sich der verträumte Hippi von Heute auswählen, was er in seinem Alltag ändern kann, um der Welt ein neues Gesicht zu geben.
   
via , thx sis!    

Und obwohl mich Farin Urlaub musikalisch verhöhnt, während ich das schreibe, habe ich mir aus den 77 Tipps meine 7-Punkte-To-Do-List rausgesucht, die ich bis Ende des Jahres umgesetzt haben will.

And here it is, sortiert nach aufsteigendem Schwierigkeitsgrad:
  1. Wenn Fisch, dann nur Hering und Makrele. Alles andere ist überfischt bzw. geht zu viel Beifang ins Netz.
  2. Ich weite mein Sortiment an Konsumgütern, die ich aus fairem Handel beziehe, auf Blumen aus. Wer hätte gedacht, dass selbst Blumenpflücken unter menschenunwürdigen Bedingungen stattfinden kann.
  3. Kosmetik (wenn überhaupt) nur noch mit dem Logo "Kontrollierte Naturkosmetik". Ich gebe kein langgezogenes "Ooohh wie süß" von mir, wenn ich ein Kaninchen sehe, aber ich will mich trotzem nicht damit eincremen.
  4. Ab jetzt wird nicht mehr mit handelsüblichen Reinigungsprodukte geputzt, sondern nur noch mit Sachen, die man danach noch verspeisen kann ... falls faires Einkaufsverhalten mir mal keine andere Wahl mehr lässt. 
  5. Mit Ökostrom zum Atomausstieg: Angeblich soll der Wechsel eine ziemlich problemlose Angelegenheit sein...
  6. Ich wechsel meine Bank. Um sicherzugehen, dass mein üppiges Referendarsgehalt nicht in die Rüstungsindustrie fließt.  
  7. Ich spende meine Zeit. Solange ich sie noch habe. Entweder über eine Freiwilligen-Agentur oder ich halte einfach mal die Augen offen. Und das, meine Freunde, wird mich echt was kosten!
Und der erste Schritt in eine bessere Welt wird sein, dass wir alle dieses nette Buch nicht bei dem Schweineverein mit A bestellen, sondern schön bei Greenpeace selbst :)

Kommentare

  1. hmhmhm... immer diese guten ideen und eine total bequeme julia... allerdings sind einige sachen leicht genug zu integrieren. dann mal los und den planeten retten :)

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  2. Bank wechseln ist echt einfach.* Es sei denn mit "meine" deutest Du hier ein Eigentums- oder Besitzverhältnis an?
    * Ein Freund von mir hatte mal aufgeschrieben, was er über "ethische" Banken, und im Speziellen die GLS-Bank rausgefunden hat: http://blogs.fsfe.org/micuintus/2011/06/13/ethisches-investment-die-gls-bank-esoterik-in-der-oko-und-hippiebewegung/#comments

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    1. nochma zu den Banken. Offenbar gibt es da so "Wackelkandidaten", die zwar nicht in Rüstung investieren, aber es auch nicht explizit ausschließen, z.B. die Sparda-Bank Berlin. Da könnte man als Kunde in Gesprächen mit den Mitarbeitern immer mal wieder drauf hinweisen, wie gerne man zwar Kunde bliebe, aber gerade überlegt eine Bank zu wählen, die offiziell kein Geld in Waffen steckt. - Anyway, Danke Steph, für den Anstoß. Auf alle Fälle one step towards the right direction.

      Äh, Steph ... Step Mmm.... Steph by Steph. Ooooh baby!

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    2. P.P.S. Ich hab's geahnt: Weltretten geht nicht mit Mausklicks. Ich bin bei meiner Bank (Sparda) als Genosse auch Mitbestimmer über die Investitionen. Sch... Mitbestimmung ;)

      Vielleicht geh ich einfach mal wieder Bäume pflanzen. (BTW.: Bäume-Pflanzen ist top!)

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  3. weiß nicht, warum ich hier ständig kommentieren muss, anyway: mir ist aufgefallen, dass Deine Top 6 To do's zur Rettung der Welt Konsumieren sind. Spooky.

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  4. Meinst du wirklich, der vietnamesischstämmige Blumenverkäufer lässt seine Blumen nicht fair ernten? Kann ich mir nicht vorstellen, der lächelt immer so nett. Muss ich ihn beim nächsten mal fragen. Oder einfach gleich anbrüllen. ;o)

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  5. Stimmt, es gibt skrupellose Frauen, die sich mit Kaninchen eincremen.

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  6. ach, die jungs wieder ;)

    @ torsten:
    1. wenn männer steph by steph sagen, ist mir das nicht geheuer.
    2. konsum: ich lebe in der stadt, ich bin busy - ich komm nicht drumrum. zumindest nicht um strom. dafür lebe ich jetzt genau wie du ohne moderne kommunikationsmittel. allerdings habe ich das nicht so selbstbestimmt wie du entschieden, sondern der dieb meines smartphones für mich -.-
    3. deine kommentierwut ist auch ein wenig spooky ;)

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    1. ad 1. - Schön. Es wirkt.
      ad 2. - ja, sehe ich ein. Weltverbessern wird viel praktikabler, wenn man sich selbst dabei dort abholt, wo man steht (Lebensweltansatz - hihi); wenn es eben Konsumieren ist, dann dort. Aber seltsam ist es schon oder?: Früher wurde Weltverbessern eher durch den Besuch von Demos, durch Leserbrief-Schreiben, Boykottieren oder Beten praktiziert.
      Wobei die Art von Konsum, die Du oben ansprichst ja gleichzeitig auch eine Art von Boykott ist. Mm...
      ad 3. Mir hat gestern jemand ein sau-günstiges gebrauchtes Smartphone verkauft. Er meinte, es gefunden zu haben. (naa, just jokin) Seit dem muss ich ständig in allen Blogs kommentieren.

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    2. du hast ein smartphone??? ich fass es ne. ich hab noch drei sim-karten -.- brauchste eine?

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    3. naaa. okay, ich sehs ein: humor klappt nicht übers netz. schlechter wahrscheinlich noch schlechter.

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    4. ich dachte, nur der zewite teil wäre der witz gewesen... wie erklärst du dann deine plötzliche kommentierwut?

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    5. Mein letzter BeWelcome-Gast hat vor 2 Wochen entdeckt, dass ich hier zu Hause Internet hab. Kostenlos! - Es ist die Hölle.

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    6. willkommen im 21. jahrjundert.

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    7. Danke. Gibt's Begrüßungsgeld?

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    8. @Steph: wann gehörst du denn überhaupt wieder zur mobil erreichbaren Bevölkerung?

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    9. meine nummer wird am 1.7. wieder freigeschaltet. internet und festnetz gibt's grad auch nicht... es ist zum ausrasten -.-

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    10. Das meint auch der Staatsschutz. So kann er dich nicht vernünftig abhören. ;-)

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    11. Das glaub ich gern :-) Wie haben wir das nur früher gemacht. Am Montag ist es doch schon soweit. Mußt nur noch paar Tage überstehen

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    12. @ du wirst lachen, aber das hab ich mir auch schon gedacht.
      vor allem war es der staatschutz, der mich dazu gebracht hat, jegliche synchronisierungsversuche zwischen meinem smartphone und meinem google-account zu unterbinden. hätte ich es zugelassen, könnte ich jetzt auf alle meine nummern und meine termine zugreifen - beides hatte ich ausschließlich im sp gespeichert... ich rind!

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    13. Das ist natürlich ungünstig. Ist ja zumindest schon mal gut, dass du deine alte Nummer wieder bekommst. So können zumindest die Leute,welche dich erreichen wollen,Kontakt zu dir aufnehmen :-)

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  7. Boykott ist, wenn man trotzdem lacht. Oder so. Was mir noch auffiel, ist die Tatsache, dass es sich, nach Auszügen aus Büchern zu leben, die letzten paar tausend Jahre nicht bewährt hat. Man denke nur an die heilige Inquisition, Adis Kampf oder das Örtliche. Aber dies ist nur ein subjektiver Eindruck. Vielleicht sollte ich ein Buch über subjektive Eindrücke schreiben... ;o)

    Ach, die Jungs wieder ;)

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    1. ach octa, das buch ist doch nicht meine neue bibel. nur ne anregung.
      wenn dein buch über subjektive eindrücke auf dem markt ist, wird es aber natürlich mein leben komplett umkrempeln :)

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  8. gestern habe ich im Zusammenhang mit einem "fair" produzierten Smartphone das Wort "moral advertisement" gelernt. Musste ich an den Beitrag hier denken.

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