Wenn Arbeit was Geiles wäre, würden die Bonzen sie für sich behalten

Noch zwei Monate Elternzeit. Ab dem Ende der sächsischen Herbstferien wird mein Tag folgendermaßen aussehen: halb sechs Aufstehen, Lil' T zur Tagesmutter, Schule bis um eins, nach Hause und vorbereiten bis halb vier, Tobit abholen, Qualitytime mit einem Mindesteinsatz im Haushalt verbinden, die Esse ins Bett bringen, weiter vorbereiten bis halb zwölf, sechs Stunden schlafen und von vorn.
So wird's zumindest die acht Monate laufen, bis ich das Ref in der Tasche habe. Und dann? Doppelte Stundenzahl in der Schule, Klassenlehrertätigkeit und das alles in einer Art und Weise, die allen Beteiligten gerecht wird

Diese Sorgen haben mich dazu verleitet, etwas intensiver über die Bedeutung von Arbeit nachzudenken. Ich hab da ja irgendwie noch Glück. Mein Job ist nicht einfach nur 'ne Sache, die ich mache, um wohnen, essen, das Kind versorgen zu können. Da hänge ich echt mit dem Herzen drin. Trotz allem ist dieser Beruf derart unflexibel und zumindest in den ersten Jahren so arbeitsintensiv, dass ich mir durchaus überlege, ob die kleine Esse oder andere Menschen und Dinge, die mir wichtig sind oder am Ende auch ich selbst dabei zu kurz kommen.

Ich hab einige Freunde, die für sich entschieden haben, dass Arbeit irgendwie schon 'ne nette Sache ist und Lebensunterhalt ja auch, aber andere Dinge einfach mal verdammt viel wichtiger sind. Die gehen dann eben nur 26 Stunden arbeiten. Oder 32. Ist schon geil. Vorausetzung dafür ist aber halt auch immer, dass du in einem Metier arbeitest, in dem deine Arbeitszeit frei festsetzen kann und dabei noch genug verdienst. Also Frau Müller, die an der Kaufland-Kasse sitzt, würde wahrscheinlich vor Wut ihr Kartenlesegerät aus der Verankerung reißen, wenn sie hört, wie einige meiner Freunde über Arbeitsmoral philosophieren. Mein Vater beißt bei diesen Diskussionen regelmäßig in die Tischkante. Das bringt mich zum Thema 'Bedingungsloses Grundeinkommen', aber eigentlich wollte ich auf ganz was anderes hinaus...

Irgendwie ist es ja durchaus in den Köpfen angekommen, dass das Geracker auf Dauer nicht nur nicht glücklich, sondern viele Menschen auch krank macht. Wieso machen wir das also? Wieso stellen wir unsere Familien, Freunde, Hobbies, Sinnlos-im-Park-rumliegen, Musik hören, Sich-die-Sonne-auf-den-Bauch-scheinen-lassen, stundenlang Kaffee-Trinken, über den Stoffmarkt schlendern and so on zurück, um zu arbeiten?Ich hab gestern in der GEO einen Artikel über die Wohlstands- und Wachstums- Gesellschaft gelesen, in dem festgestellt wurde, wie tief dieses absurde Pflichtgefühl in unseren Köpfen verankert ist. Obwohl wir das eigentlich gar nicht mehr brauchen. Wir müssen ja nicht den ganzen Sommer zwölf Stunden auf's Feld, um über den Winter zu kommen. Wir haben genug. Alles, wofür wir uns abrackern, ist ein Noch-Mehr. Um sich sinnlosen Scheiß zu kaufen, der noch mehr wertvolle Zeit frisst.

So- und nun die Feststellung, die hier an dieser Stelle natürlich keeeeiner von mir erwartet hat: Das System ist schuld. Das Immer-mehr-haben-wollen hält unser Wirtschaftssystem im Gang: eine Ökonomie, die nur auf Wachstum aus ist, obwohl wir längst groß genug sind, und jedes weitere Füttern nur noch Schäden anrichtet. Schäden an der Umwelt, Schäden in unseren sozialen Beziehungen, Schäden an unseren Herzen letztendlich.

Immer wieder, wenn ich mich mit irgendwelchen Leuten über den Kapitalismus streite, kommt von der anderen Seite früher oder später die Frage: 'Haste ne bessere Idee?' Ging mir immer ordentlich auf den Sack, denn um zu einer besseren Idee zu gelangen, ist es nunmal notwendig das Übel der bisherigen festzustellen. However, vor einiger Zeit hat mich jemand auf das Konzept der Postwachstums-Ökonomie gestoßen. Meiner Meinung nach 'ne sehr viel bessere Idee, zu der schon einiges geschrieben worden ist. Aber da ja keiner von uns wirklich Zeit hat (nicht mal ich irgendwie), reicht vielleicht der äußerst coole Vortrag von Niko Paech, den man sich auf Youtube reinziehen kann, während man die Küche aufräumt (man muss allerdings zwischenzeitlich mal die Arbeit unterbrechen, um weiterzuklicken: sind insegsamt 7 Teile. Ist nur konsequent).
Kurz und knapp und um das hier zu Ende zu bringen: Der Typ meint, es müssen Möglichkeiten gefunden werden, um unsere Wirtschaft auf dem Level, auf dem sie jetzt ist, zu konsolidieren. Platt gesagt: Wir sollten uns aus diesem Immer-mehr-Wachstum-Konzept ausklinken und das Beste aus dem machen, was schon da ist (nämlich alles). Das wiederum würde dazu führen, dass wir alle weniger arbeiten. Und wenn jeder nur zwanzig Stunden arbeiten geht, hat er genug Zeit, seine Sachen zu reparieren, selber zu bauen, seine Gemüsebeete zu pflegen oder sein Können auf irgendeinem Gebiet der Person anzubieten, die Gemüsebeete pflegt und und und - und am Ende sind wir alle mega-glücklich. So ungefähr.

Ich finde den Ansatz von Niko Paech äußerst interessant und zudem profund. Und im Gegensatz zu mir hat er Ahnung, von dem, was er erzählt. Ich lese immer hier und da was, und während ich in der Hängematte liege und mir überlege, dass ich unbedingt was darüber schreiben will, merke ich, wie meine Haut sich dunkel verfärbt und mir ein Schnurrbart wächst und ich formuliere Sachen, wie: 'Ich träume von einer Welt, in der Menschen die Möglichkeit haben, jeden Mittag zwei Stunden in der Hängematte zu liegen.' Aber mal ganz ernst und realistisch ausgedrückt: Ich wünschte, ich wäre so wenig gestresst, dass ich mit meinem Sohn rumhängen kann, ohne die ganze Zeit darüber nachzudenken, wie viel ich noch zu tun hab. Und dann bin ich ungeduldig mit ihm, obwohl er ja nur einen einzigen, total nachvollziehbaren Wunsch hat: nach Zeit und ungeteilter Aufmerksamkeit. Es muss doch möglich sein, die ökonomischen Bedingungen zu schaffen, dass für jeden genau das drin ist. (Aber halt nicht, solange wir ein System haben, dass dem Geld dient, statt dem Menschen...)

So, was machen wir jetzt damit? Hört euch das Ding auf Youtube doch mal an und bombardiert mich, mit euren Gedanken. Vorausgesetzt ihr habt Zeit für sowas...


Literatur: 
Tim Jackson "Wohlstand ohne Wachstum", Fred Luks "Die Zukunft des Wachstums", Niko Paech "Befreiung vom Überfluss", ...

Kommentare

  1. Das sehe ich genau so. Deshalb habe ich vor einem Jahr meine "erfolgreiche" Karriere an den Nagel gehängt.

    Das willst Du jetzt wahrscheinlich nicht hören, doch als Lehrerin hast Du zumindest das Glück, gleichzeitig mit Deinem Kind Urlaub zu haben. Also auch wenn es abartig stressig ist im Moment, so gibt es zumindest Lichtblicke.

    Vielleicht kannst Du ja, wenn Du mit dem Referendariat fertig bist, auf einern artverwandten Beruf umsteigen. Mit Deiner guten Grundausbildung gäbe es doch sicher einige Möglichkeiten im sozialen Bereich oder bei der Weiterbildung bei grossen Firmen?
    Gruss

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    1. coole und mutige entscheidung auf jeden fall. schon mal bereut oder total glücklich damit?

      umsatteln will ich eigentlich nicht, weil ich den job echt gern mache (plus:freie wirtschaft geht gar nicht), aber vielleicht muss ich einfach erstmal was anderes machen, solange die esse noch so klein ist. also angenommen, ich merke, dass mein job auf seine kosten geht.
      am ende setze ich mich auch mal zwei jahre an ne kasse - da kenn ich nüscht.

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    2. Nein, ich habe es nie bereut. Aus mehreren Gründen. Erstens hatte ich einen Beruf, der mir hinten und vorne nicht zusagte, da ich mir anscheinend nicht genügend Gedanken über die Berufswahl gemacht hatte, als die Frage relevant war. Zudem hatte ich mit meiner Tätigkeit keinerlei Wert kreiert, was für mich beim Arbeiten, bzw. bei der Verwirklichung, ein zentrales Konzept ist. Drittens sind wir in der glücklichen Lage, zu zweit von 1.5 Gehältern zu leben, d.h. die finanzielle "Einbusse", merke ich nur auf dem Papier. Ich habe nach wie vor alles, was ich brauche. Viertens habe ich - Gott-sei-Dank - mein Selbstwertgefühl nie über Titel oder Gehaltszettel bezogen.

      Ein weiterer Gedanke - Ich könnte mir vorstellen, dass - unabhängig der Zeitfrage - eine ausgefüllte und im Job glückliche Mutti sich positiv auf das Wohlbefinden des Kleinen auswirkt. Wenn Du einen Job gut und gerne machst, füllt Dich das aus. Sicher hättest Du mehr Zeit für den Kleinen, würdest Du Teilzeit im Supermarkt arbeiten. Doch würde Dich das nicht mental auslaugen? (Was wahrscheinlich wieder einen Einfluss auf Euer Zusammensein hat).

      Noch ein Gedanke - Du beschreibst, wie viel Du nach der Schule noch für's Referendariat arbeiten musst. Ist dieser riesige Aufwand wirklich notwendig? Stellst Du vielleicht sehr hohe Ansprüche an Dich, die Dir das Leben unnötig schwer machen? Seit meinem Karriere-Absprung habe ich (Perfektionistin!) gelernt, die 5 auch mal gerade sein zu lassen. Das ist überaus befreiend.

      So genug getippt. Liebe Grüße

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  2. Danke für Deine Gedanken, zur Youtube gehe ich später, aber ich habe gerade ähnliche Gedanken zu Arbeit, was nützt mir ein gut bezahlter 40h Job, bei dem ich keine Zeit für Freunde, für ein Abendhobby und ein Leben nach meinem Rhythmus habe. Mit dem Geld kann ich mir weder Freizeit noch Freunde kaufen...
    Gerade will ich mich beruflich neu orientieren und bin ebenso angefixt von einem 8-17h Job, wie von einer 30h Stelle, die mir zwar weniger Geld, aber mehr Zeit für Freunde, Hobbies und Träume bringen würde.
    Mein Umfeld, besonders meine Familie sieht die 30h kritisch, a la "verkauf dich nicht unter Wert, das sind aber Gehaltseinbußen,..." Ja, das stimmt wohl, es sind einige hundert Euro, aber ich denke mein Leben würde dadurch an anderer Stelle aufgewertet.
    Für mich klingt es spannend, besonders da ich momentan schnell das Gefühl habe Überstunden geleistet zu haben, der Stundenzettel aber noch im Normalbereich ist. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass mein Normalbereich vielleicht nicht die 40h sein sollten ;)

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    1. haha, die reaktionen deines umfeldes kann ich mir lebhaft vorstellen. die tatsache, dass mein bruder seinen vertrag auf 32 h runtersetzen lassen hat, sorgt bei familienfeiern regelmäßig für lautstarke unmutsäußerungen meiner eltern. kommen halt aus ner zeit, in der geld irgendwie knapper war als zeit und arbeitsmoral ganz oben stand.

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  3. Gut, nein: wichtig, isses dann einen Job zu haben, der einem bei, sagen wir mal 28,5 Stunden pro Woche auch genug einbringt, um die Miete und die Butter auf dem Brot zu bezahlen. Ob man sich dann, was raussucht, wobei man literweise Kaffee trinken und ewig lang Musik hören kann, ist dann das Resultat der eigenen Schläue. Im Park rumlümmeln kann man ja so oder so, das kann auch der, der 40 Stunden ackert, muss man nur Günther Jauch und Konsorten weglassen. Der Durchschnittsdeutsche wird sicherlich massiv mehr zeit vor dem TV-Gerät verschwenden, als anteilig bei irgendeiner Arbeit. Und mit bloggen natürlich. ;o)

    Im Zweifelsfall bleibt immer noch das System als Sündenbock, was dem System selbst aber tierisch am Arsch vorbeigehen kann, denn wie (ich schick das Wahlergebnis gerne rum, wenn du möchtest) man nach der bevorstehenden Wahl sehen wird, MUSS die Gesellschaft so was von zufrieden sein. Will sagen, wenn man etwas ändern möchte, dann maximal für sich selbst, der breiten Masse geht es gut, sie ist fett und angemessen müde.

    Prosit Neujahr, oder was auch immer. ;o)

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    1. klar muss das jeder für sich selbst entscheiden. die frage ist doch aber, ob das system diese entscheidung mitträgt. ob jeder die freiheit hat, sich für ein anderes lebensmodell zu entscheiden. es herrscht ja durchaus eine gewisse arbeitspflicht in diesem land und vom bedingungslosen grundeinkommen werden wir auch nach der bevorstehenden wahl meilenweit entfernt bleiben.

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    2. dieses system trägt gar nichts mit. aber jeder hat zumindest die möglichkeit sich so einzurichten, wie man will. wenn wir nicht in der stadt wohnen würden, könnte man den rhabarber ja selbst anbauen oder im wald beeren pflücken usw... wenn man das denn so will. so etwas wie ein bedingungsloses grundeinkommen kann im realexistierenden ultrakapitalismus nur als hosentaschenutopie wahrgenommen werden. eher führt frankreich die monarchie wieder ein.

      aber, glaub mir: alles wird gut. ;o)

      ps: muss noch kurz auf unsere märchenstunde aufmerksam machen: http://channel666.blogspot.de/search/label/R%C3%BCbezahl vielen dank für die aufmerksamkeit. ;o)

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  4. Ich hatte schon ähnliche Gedanken. Ich will einfach mal Zeit haben, für Dinge, die ich mag. Im Alltag ist immer nur Job und Haushalt angesagt und was bringt mir das Geld, wenn ich keine Zeit habe, es auszugeben?! Ich werde in zwei Jahren meine Stunden reduzieren.
    Das Ref. ist tatsächlich krass, was das Arbeiten angeht, aber danach wird es auch erst mal nicht besser. Man hat zwar nicht mehr den Prüfungsdruck, aber das Ansteigen der Wochenstunden hat mich am Anfang erschlagen. Dann bestehen deine Tage gefühlt nur aus Schule, Schreibtisch, Schlafen - auch am Wochenende :( Nicht umsonst arbeiten etwa Dreiviertel meiner Kollegen weniger als volle Stundenzahl!
    Aber vielleicht schaffst du es ja effektiver zu arbeiten und manche Dinge nicht ganz so perfektionistisch machen zu wollen wie ich.

    Es grüßt dich
    Ina

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    1. nicht ganz so perfektionistisch sein also... mmh, wird wohl nicht anders werden. voll arbeiten steht auf jeden fall auf meiner not-to-do-liste. ich werd mal schauen, wie ich mit den 21,5 h zurechtkomme. da wird einem hier zumindest ein tag in der woche freigeräumt.

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  5. das schau ich mir morgen gleich mal an... da brauch ich auch was fürs nebenbei putzen :D

    falls du jetzt noch ein bisschen freie zeit vorm chaos hast, sehen wir uns bald mal wieder?

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    1. ich hab noch zwei monate und den bus nach berlin kann ich mir grad noch leisten. insofern: si,si,si!

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  6. "Die gehen dann eben nur 26 Stunden arbeiten. Oder 32." - Puh, muss die Hölle sein, so zu schuften. Ich möcht's nicht machen müssen =)

    Btw. ich meine mich an ein Gespräch mit Dir zu erinnern, in dem ich Dir von einem Job mit 1.100 für 20 h sprach. Und jetzt das Gejammer hier? ... Mm... vielleicht ist ja ein guter Stundenlohn für Dich nicht alles?

    "Der Typ meint, es müssen Möglichkeiten gefunden werden, um unsere Wirtschaft auf dem Level, auf dem sie jetzt ist, zu konsolidieren."
    - Kann sein, aber für mich ist das Denken in wirtschaftlichen Metaphern das Problem. Solange jemand, der die Lösung anbietet, "Wirtschaft" oder "konsolidieren" oder "Ressourcen" sagt, sag ich fuck off. Also jetzt nicht zu Dir, sondern zu den Leuten, denen zu viel von dieser Denke in den Kopf getropft ist.

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    1. ist halt trotzdem ein wirtschaftswissenschaftler. aber ein guter!
      was den job angeht: den hätte ich gern genommen, bin nur grad andersweitig eingebunden.
      diese woche mal mittagessen?

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    2. Nur ein ... Wirtschaftswissenschaftler ist ein guter Wirtschaftswissenschaftler ;)

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  7. Hm, wenn ich einen Job hätte, der mit bei 20h genauso viel einbringt wie jetzt mit 40h bin ich gern dabei. Aber das Geld was ich jetzt in 40h verdiene reicht gerade so um meine Familie mit zu ernähren. Fällt die Hälfte weg, wäre ich dann Stammkunde der Dresdner Tafel e.V. und meine Kinder würden nackig rumlaufen.
    Schön für die, die es sich leisten können, aber viele Leute können das nicht und ich denke Frau Müller von der Kaufland-Kasse auch nicht. Es gibt genügend Familien, wo trotz 40h-Arbeitsvertrag das Geld hinten und vorn nicht reicht und zeitweise noch aufstockendes Hartz-IV gezahlt werden muss. Findest du es solchen Leuten gegenüber fair hier solche Gedanken zu äußern?

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    1. Was hat das Äußern von "solchen" Gedanken (welchen eigentlich genau?) mit organisiertem Unrecht zu tun? Was wäre hier Deiner Meinung nach fair?

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    2. "Vorausetzung dafür ist aber halt auch immer, dass du in einem Metier arbeitest, in dem deine Arbeitszeit frei festsetzen kann und dabei noch genug verdienst [...] Das bringt mich zum Thema 'Bedingungsloses Grundeinkommen', aber eigentlich wollte ich auf ganz was anderes hinaus..."

      Sollte doch wohl rausgekommen sein, dass ich Frau Müller von der Kauflandkasse mit dem Text nicht sagen wollte: "Arbeite gefälligst weniger, du geldgeile Sau." Und mit dem Hinweis auf bedingungsloses Grundeinkommen hatte ich durchaus die Menschen im Blick, die es sich eben nicht leisten können, nur 20 Stunden arbeiten zu gehen, die m.E. aber trotzdem das Recht darauf haben müssten. Das einzige, was hier unfair ist, ist das System. Imho.

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    3. Na Super, da wollte ich mir Mr. Paeaeäch in DD anhören und jetzt hab ich's verpasst. - Mmm... wie war das mit dem Berg und dem Propheten? - Mnee, passt nicht.

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  8. Schön beschrieben hast du die Zwänge der Arbeit. Aber heh, ganz ohne Zwänge leben, da würde doch das Gefühl der täglichen kleinen Befreiung zum Feierabend fehlen. Wenn die Befreiung nach 4h einsetzt, ist die Gefahr von Dauerschäden allerdings geringer.
    Ich hatte mal ein halbes Jahr Zeit, ohne Geldsorgen durch Südamerika zu backpackern. Das Diplom hatte sich durch (unnötige) Gewissenhaftigkeit einfach zu lange hingezogen, da denkste immer – ach nöö, wenn ich jetzt mal Zeit hätte, dann… Da stieg der Sich-Entziehen-Druck, aber dann mit großem Zisch verdampfte er sich ins große leere Land. War auch nicht endrichtig. Hinterher ist man schlauer (und hat zu dickes Blut für das sächsische Tiefland).
    Work-Life-Balance brauchste also. Da fällt mir noch ein: Als ich die letzten Scheine für’s Studium erledigte dachte ich: jetzt kannst du es, locker Scheine machen meine ich. Im übertragenen Sinne: am Ende des Lebens…

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