"R" wie "Reduce": Klamotten

Was Klamotten angeht ist im Netz ja grad ein wahrer Minimalismus-Hype ausgebrochen. Immer öfter geistern durch die Blog- und Vlog- Landschaften Fotos von weißen Zimmern, darin eine Kleiderstange (oder auch sehr beliebt: der Ast) mit zehn Kleidungsstücken und im Vordergrund steht ein Mädchen, das erklärt, wie es daraus 50 verschiedene Outfits zusammenstellt.

Was Hypes angeht bin ich irgendwie in einer Trotzphase stecken geblieben. Immer habe ich das Gefühl mich auf-Teufel-komm-raus dagegen wehren zu müssen. Aber ganz wenig im Kleiderschrank, nur Lieblingssachen, alles passt (zusammen) - mehr Einfachheit, mehr Zeit, weniger Ballast - wie geil wäre das denn? 

Und so habe ich mich - ausgerüstet mit dem unbedingten Wunsch nach Wenig und ein bisschen KonMari - ans Werk gemacht. 


Erster Schritt:
Ich hab alle Kleidungsstücke auf einen Haufen geworfen. (Und fotografiert. In unserem Bärenloch. Ohne Spiegelreflex oder ähnliches. Besser wird's nicht.)

In den letzten Monaten habe ich schon mehrmals weniger radikal ausgemistet. Das hier ist also nicht die ganze Wahrheit.

Zweiter Schritt: 
Ich hab jedes Kleidungsstück in die Hand genommen und ... ähm ja ... in mich rein gefühlt, ob es mich glücklich macht. Sounds crazy, but it works. Und dann gab es noch ein paar Sachen, die mich weniger glücklich machen, da sie mich an das böse Wort mir "A" erinnern, aber die ich auf jeden Fall im nächsten Schuljahr wieder brauche.

Dritter Schritt: 
Ich hab jedes glückliche Kleidungsstück angezogen und geschaut, ob es mir steht bzw. noch passt (Little Mister 41+6 hat an/in meinem Körper ganze Arbeit geleistet). 

Und jetzt habe ich bisschen getrickst, um mein inneres Das-kann-ich-bestimmt-nochmal-gebrauchen-Kind zu überlisten. Ich hab einen Karton bereit gestellt, in den Sachen reinkommen sollten, die ich sehr wahrscheinlich nochmal gebrauchen kann. Kleider, die ich grad nicht trage, weil sie stillunfreundlich sind, Arbeitskleidung, Lieblingsstücke, die auf jeden Fall wieder passen werden, ein paar Sommersachen. Ich hab den Stapel für diese Kiste mehrmals durchgehen müssen, bis er reingepasst hat. Die Kiste steht jetzt im Keller. Nächsten Sommer gehe ich sie wieder durch und verstaue dann die Wintersachen darin. 
Zwei große Säcke standen bereit für Humana, einer für's örtliche Flüchtlingsnetzwerk und einer für Klamotten, aus denen sich noch was anderes nähen lässt. 
Am Ende habe ich mehr weggegeben als jetzt noch im Kleiderschrank ist. 


Und was hat's gebracht? 
  1. Es ist megacool, viel Platz im Schrank zu haben.
  2. Anziehen ist leichter geworden.
  3. Trotz viiiiiiiel weniger Kleidung trage ich weniger oft das gleiche. 
  4. Ich konnte ziemlich genauso sehen, was mir wirklich fehlt. Basics. Die stehen jetzt auf meiner Nähliste
 
Ich habe weniger Shirts als er!



Btw: Die Aktion ist jetzt bestimmt schon 'nen Monat her und ich hab noch kein einziges Kleidungsstück vermisst. 

 

Kommentare

  1. Das kommt mir bekannt vor. Ich hab auch vor einem Monat 4 große Säcke zu Humana gebracht. Ich hab viele tolle Teile aussortiert, wo es mir schwer fiel, weil teuer, ich aber doch eingesehen habe, dass ich sie nur 1x bisher getragen habe. Und da geb ich dir recht: es ist richtig toll, wieder Luft im Kleiderschrank zu haben! Ich würd gern den Gutsten auch dazu bringen, da er allein einen Schrank für all seine Jacken benötigt, aber auch nur 2 davon trägt....

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    1. Woher kommt denn das mit den Jacken? G. besitzt im Grunde nicht viel Kleidung, aber bestimmt 15 Jacken. Verrückt.

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  2. regelmäßiges ausmisten tut gut... räumt irgendwie gleich den kopf auf. mein größtes problem bleibt leider, der drang nach "neuem" :/

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    1. Ich stell mir das so vor, dass ich irgendwann das perfekte Paar Hosen, die drei perfekten Shirts, ein super passendes Kleid usw. habe, so dass ich nie wieder was anderes kaufen möchte.

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