Heute wasch' ich, morgen leg' ich, übermorgen beginne ich von vorn

Der Silvestertag des vergangenen Jahres war ein historischer Tag. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten sah ich den Boden unseres Schmutzwäschekorbes. Demzufolge hingen auf der Leine kurze Hosen und Kinderkleidung in der vorletzten Größe. Der Wäscheamount nahm in den letzten Monaten derart zu, dass ich kurz mit der Anschaffung eines Trockners liebäugelte. Ich. Die ich damit prahle, dass es in unserer Küche nur zwei elektrische Geräte gibt und jeden Herbst meine Mitmenschen mit meiner Hetzrede gegen den Laubbläser tyrannisiere (Jetzt mal ernsthaft - weshalb nimmt man keinen Besen oder Rechen? Kein Lärm, kein Benzin/ Strom, billig in der Anschaffung, nicht anstrengender in der Handhabung - ICH. VERSTEH'S. NICHT.) Ausgerechnet ich träumte also davon, meine Wäsche aus der einen Maschine in die nächste zu packen, die einen Prozess übernimmt, für den man eigentlich nur Luft braucht. Am Ende siegte der Idealismus. Dafür hasse ich ihn an jedem Abend, an dem ich gegen zehn feststelle, dass die Waschmaschine noch voll ist und ich jetzt in den kalten Wäschekeller zum Aufhängen muss. Und dann denke ich grummelig darüber nach, wieviel Wäsche meine Familienmitglieder produzieren, indem sie schwitzen oder täglich ihre Erlebnisse auf ihren Kleidungsstücken festhalten, damit ich abends nachvollziehen kann, wie es in der KiTa war. 

Aber tatsächlich bin ich nicht ganz unschuldig an den Wäschebergen. Meine Anti-Müll-Fimmel beschert uns etwa eine Maschine zusätzlich pro Woche, da ich doch recht viele Wegwerfprodukte in unserem Haushalt durch Stoff ersetzt habe. Sehet her.

First of all: Der ganze Wickel-Stuff.
Mullwindeln, Molton-Einlagen und Wickelunterlagen hat schon Daddy benutzt. Die Reinigungspads habe ich aus einem alten Handtuch und Stoffresten genäht.

Ich will gar nicht dran denken, welche Müllberge ich durch das Wickeln meines ersten Kindes produziert habe. Genauso wenig will ich allerdings daran denken, wie das mit den Stoffwindeln wird, wenn der kleine Scheißer feste Nahrung zu sich nimmt. 
Nebenbei bemerkt: Ich glaube, dass Mütter, die behaupten, dass sie die Kacke ihres eigenen Kindes nicht eklig finden, lügen. Ich HASSE die Kacke meines eigenen Kindes. Immer wenn sich T mit seinem Kacker-Liedchen auf den Lippen Richtung Bad bewegte, habe ich mir eine furchtbar dringende Aufgabe gesucht. Am besten eine, bei der die Hände für einige Zeit in irgendeiner Masse oder Wasser stecken, damit ich ja nicht diejenige bin, die ihm den Hinter abwischen muss. Meinem eigenen Kind. So ist das.


Verwaist: Die Halterung für die Küchenrolle.
 

Aus dem Nachlass unserer Vormieterin... Was könnte ich aus dem Ding noch bauen? Any Ideas? Statt Küchenrolle kommt der Spüllappen mehr zum Einsatz. Und Stoffservietten aus überflüssigen Geschirrtüchern.

Wer Stoffwindel sagt, muss auch Stofftaschentuch sagen. Zum Glück gab's davon auch noch eine Menge aus den eigenen Kindertagen.

Und last but not least: Reinigungspads für mein Gesicht. Vorn Flanell, hinten Jersey. Bisschen Olivenöl drauf und fertig ist die Laube.



Fehlt nur noch wiederverwendbares Toilettenpapier. Aber das wird bei meinem gestörten Verhältnis zu Exkrementen wohl eher nüx...


Kommentare

  1. Da muss ich einhaken! ;D Ich bin Altenpflegerin und hab wirklich nichts gegen Kacke. That's life. Mach dir nichts draus, manche können das und andere eben nicht.
    Nur Kotze geht überhaupt nicht! :/
    Aber cooler Beitrag! Die DDR-Unterlagen mit den Tieren drauf benutzen wir auch! :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich dank dir!
      Kotze geht auch gaaar nicht. Aber da kommste als Altenpflegerin auch nicht drumrum, oder?

      Löschen
  2. ich blicke auch schon leicht besorgt gen wachsender wäscheberge... mal sehen, wie das wird o.O

    und... äh... gibt es wirklich wiederverwendbares toilettenpapier? ich dachte, die zero-waste-leute nutzen da irgendwie bloß wasser und dann was zum abtrocknen?! na, ich schaff' das wohl aber auch nie...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. nee, das war nicht ernst gemeint. wasser und hand werde ich aber auch nicht benutzen. würg.

      Löschen
  3. Ah, so meintest Du das mit den Stofftaschentüchern, das ist ne gute Idee und wird auch nachgemacht...
    Danke für die ganzen Einblicke, das ist wirklich interessant. Viele Grüße, Steph

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerade haben wir etwas Schnupfen und ich stelle fest - da wird wohl noch mal ein alter Kopfkissenbezug zerschnippelt werden müssen.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen