Damit ihr nicht jedem Trend hinterher laufen müsst, hab ich es für euch gemacht...

In nur vier Wochen beginnt die Vorbereitungswoche und läutet das Ende meiner Elternzeit ein. Naja, nicht ganz. Ich habe noch ein weiteres Jahr Elternzeit, unterrichte aber ein paar Stunden in der Schule. Zehn, um genau zu sein.

Das letzte Jahr war für mich ein ganz besonderes.
Ich war im Grunde rund um die Uhr mit dem Baby zusammen und ich habe es in vollen Zügen genossen. Im Gegensatz zum letzten Kind wollte ich diesmal nicht, dass alles ganz schnell wieder so wird wie vorher, sondern ich hab ganz bewusst diesen "Ausnahmezustand erstes Lebensjahr" erlebt. 

Abgesehen davon war dieses Jahr aber auch eines, in dem ich voll viele Dinge überdacht, ausprobiert, umstrukturiert habe und aus dem ich mit einigen lebensverändernden Entscheidungen und Verhaltensweisen herausgehe. 
Es folgt die Top 3 der Ideen oder Bewegungen oder meinetwegen auch Lifestyle-Trends, mit denen ich mich beschäftigt habe und die meine Leben verändert haben.


Platz 3: ZeroWaste
In den letzten stressigen Wochen vor dem Mutterschutz habe ich aller zwei Tage den Gelben Sack runtergebracht. Hauptgrund: Takeaway-Food. Damit ging ich mir selbst so auf den Sack, dass ich mir für die Elternzeit vorgenommen hatte, ganz viele Müllvermeidungsstrategien auszuprobieren und eine zeitverträgliche Routine zu entwickeln. 
Fazit: Wir sind auf keinen Fall ZeroWaste, aber wir machen ein- bis zweimal im Monat einen Großeinkauf im Unverpacktladen (Trockenfutter) und ich gehe einmal die Woche auf den Wochenmarkt (Obst und Gemüse). All das kaufen wir unverpackt. Was landet in der Tonne? Vor allem Tetrapacks und die Verpackung von Sojaprodukten. 
Im kosmetischen Bereich benutzen wir ganz viele Produkte gar nicht mehr bzw. haben sie ersetzt: Seife statt Duschbad, Bambuszahnbürsten, Menstruationstasse statt Tampons und ich wasche meine Haare seit einiger Zeit nur noch mit Wasser oder Roggenmehl. 

Platz 2: Minimalismus
Hängt total eng mit ZeroWaste zusammen. Was brauche ich eigentlich wirklich?
Wir teilen uns zu viert 63m². Da wir für ein Zimmer mehr fast das Doppelte an Miete zahlen müssten, wofür dann mindestens einer von uns voll arbeiten müsste, haben wir uns entschieden, uns lieber von ganz vielen Dingen als von unserer Wohnung zu trennen. Und was soll ich sagen? Es ist wunderbar. Weniger Dinge müssen weniger geputzt, repariert, aufgeräumt werden. Eine leere Fläche sieht schön aus und entspannt den Geist. Einen Überblick über meine Sachen zu haben gibt mir das Gefühl, Kontrolle über mein Leben zu haben, auch wenn gerade viel los ist. 
In den letzten Monaten bin ich vom Messie zum Declutter-Profi mutiert. Der Trick? Ich habe eine genaue Vorstellung davon entwickelt, wie ich leben, wohnen, wofür ich Zeit aufwenden will. Alle Dinge, die diesem Ziel/ dieser Vorstellung im Wege standen, mussten gehen. 
Und Minimalismus bedeutet auch: Nicht so viele Dinge auf sich einströmen zu lassen (Internet), sich von Gewohnheiten zu trennen, die einem nicht gut tun (Stark-Pressespiegel lesen) und die Dinge mit Freude zu tun, die existentiell sind (Zeit mit Menschen verbringen, gut essen, Natur erleben, viel schlafen, bedeutungsvolles Arbeiten).

Platz 1: Veganismus
Als ich versuchte meine Lebensmittel unverpackt zu kaufen, stolperte ich über die Milchprodukte, von da über vegane Rezepte, für die ich eben diese nicht brauche, landete schließlich bei veganen Youtubern und - bam! - plötzlich bin ich selbst vegan. Vegan und glücklich. Seit über sechs Monaten. Will keinen Käse mehr essen, erfreue mich an den vielen geilen, neuen Dingen, die jetzt auf meinen Speiseplan stehen, habe ein ganz neues Körpergefühl, habe gelernt für meine Überzeugungen einzustehen und mich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen von der Angst, für jemanden u.U. unbequem zu sein, habe immer so viel und so oft gegessen wie ich wollte und trotzdem 10 kg verloren, muss kein Deo oder Duschbad mehr benutzen, habe meinen Horizont spürbar erweitert und meinen Blick und mein Herz ein Stück weiter für fremdes Leid geöffnet. 


Es ist mal wieder total augenfällig, wie viel persönliches Wachstum stattfindet, wenn man Zeit dafür hat. Falls jemand von euch zufällig Zeit geschenkt bekommen sollte und sich für irgendeines dieser Topics interessiert, liste ich euch hier die Bücher, Dokus und Vlogger auf, die mich im letzten Jahr begleitet haben. Tatsächlich haben auch einige Freunde und Bekannte einen großen Einfluss auf meine Entwicklung gehabt, aber die kann ich euch schlecht empfehlen.


Bücher:
Erin Boyle "Simple matters" - mein Favorit!
Bea Johnsons "Zero Waste Home"
Marie Kondo "Magic Cleaning" 
Corinne Matzke/ Jonas Engelmann "Vegane Eltern-junges Gemüse"
(John McDougall - "The Starch Solution" >> lieber googlen, als kaufen)

Dokus und Vorträge: 
Forks over Knifes
Cowspiracy
Gary Yourofsky https://www.youtube.com/watch?v=QiFI8acpyio

Youtuber: 
Pia Kraftfutter (die einzige coole, deutsche VeganVloggerin)
Raw Alignment (vegan minimalist)
Ellen Fisher, Sarah Lemkus (vegan moms)
Maddie Lymburner, HighCarbHannah, Bonny Rebecca (die Görls nerven, haben aber gute Rezepte!)
Heile dich und Mutter Erde (nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lassen: die Frau bündelt Informationen wie keine andere)



 

Kommentare

  1. Wow. Klingt nach krasser Lebensumstellung! Glückwunsch und Respekt! Finde sowas ja spannend zu lesen, bezweifle aber, dass ich dafür ehrgeizig genug wäre... Decluttered Kleiderschrank- das war mein Vorsatz für 2017(der einzige), naja. Ein paar Monate habe ich noch... Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht!
    Viele Grüße!

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    1. Tatsächlich hat es dafür gar nicht so viel Ehrgeiz gebraucht. Beim Veganismus hat mich die Leidenschaft gepackt und Minimalismus war die letzte Rettung, bevor wir ersticken :) Ganz ehrlich - immer wenn wir in unsere Wohnung gekommen sind, haben wir uns erschlagen gefühlt. Von den Sachen und der Arbeit, die sie mit sich bringen.

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  2. Toll und Respekt für so viel Veränderung! Bei mir ist das leider nur phasenweise, dann wird doch wieder mehr gekauft, zu viel Müll produziert und gegessen... naja... Das ist alles gar nicht so einfach und umso mehr bewundere ich Deine Lebensumstellung sehr!
    Ich fühl mich immer schon gut, wenn ich mal eine Ecke der Wohnung ausmiste und was wegwerfe oder auf dem Flohmarkt verkaufe. Aber im Grunde sammelt sich immer wieder ganz schön viel an...
    Liebe Grüße und schön, wieder von Dir zu lesen!
    Alles Gute für das zweite Jahr Elternzeit!

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    1. Ich denke mir auch öfter: "Das könnte ich doch gut gebrauchen". Ich hab bei Pinterest eine WunschPinnwand, auf der ich erstmal alles vermerke. Wenn ich drei Wochen die Seite anschaue und feststelle, dass ich nie an diese Sache gedacht habe, dann kaufe ich sie nicht. Funktioniert!

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  3. Sehr schön, so was lese ich gerne und wenn es Trend ist. Was solls, außerdem ist es so "unbequem" das es warscheinlich nie zum Mainstream wird. Leider.

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